Karatbars: Ließ sich Harald Seiz vom smarten Marvin Steinberg so richtig abzocken?

Stuttgart – Hinter den Kulissen von Karatbars brodelt es gewaltig. Das Stuttgarter Unternehmen um Harald Seiz wird aktuell massiv attackiert und spricht von einer Schmutz-Kampagne, die vor allem online vorangetrieben wird. Drahtzieher dieser Hetzjagd, so vermutet Karatbars, soll ein Marvin Steinberg sein. Dem MLM-Informationsdienst Netcoo liegen wohl umfangreiche Unterlagen vor, die einen Streit zwischen dem extrovertierten Harald Seiz und dem eher introvertierten Marvin Steinberg belegen wollen. Die gemeinsamen Geschäftsideen haben scheinbar nicht weit getragen.

„Im Zuge der ICO’s (Initial Coin Offering) KaratGold Coin (KBC) und KaratCoinBank Coin soll es zu betrügerischen Handlungen gekommen sein“, vermeldet Netcoo. „Karatbars sieht sich um 12 Millionen US-Dollar betrogen, möglicherweise liegt der Schaden noch höher.“

Marvin Steinberg und dessen Unternehmen „MyICO Agency / Steinberg Marketing GmbH“ wurden so offenbar im Dezember 2017 mit der Gestaltung eines Coins und der Durchführung eines ICOs beauftragt.

Netcoo erklärt sich das so: „Marvin Steinbergs Agentur kreierte den KBC Coin auf Ethereum-Basis und nach Angabe von Karatbars hatte nur Steinberg selbst Zugriff auf die 12.000.000.000 erzeugten Coins. Laut Vereinbarung ließ Steinberg eine Webseite erstellen und kontrollierte die Einnahmen durch den Verkauf der Coins.“

Es sollen 2,8 Millionen Euro für den ICO an Marvin Steinberg geflossen sein, die Webseiten und die Organisation von Listings an entsprechenden Kryptobörsen (dies sei durch Honorar-Rechnungen belegbar). Der ICO startete und erste Investoren kauften so die Coins.

Gemäß Karatbars habe Marvin Steinberg alle Fäden in der Hand gehalten. Allein er konnte Coins transferieren, glaubt man. Karatbars will einen Fall kennen, bei dem einem Käufer 15 Millionen Coins transferiert wurden, obwohl ihm nur 1,5 Millionen Coins zugestanden hätten. „In einem anderen Fall sollen sogar ohne Legitimation 180 Millionen Coins an eine Wallet in Südafrika gesendet worden sein“, vermeldet Netcoo.

Karatbars verlor daraus an Vertrauen bei den Investoren. Harald Seiz ließ Marvin Steinberg auffordern, seinen Pflichten als Dienstleister nachzukommen, worauf sich Steinberg entschied, als Geschäftspartner auszusteigen.

Wo genau die Gründe hierzu liegen, sei auch der Redaktion von Netcoo im Moment noch nicht bekannt. Beide Parteien beschlossen, sich gütlich zu trennen. Ein dies belegender Mailverkehr liege Netcoo vor.

Nachdem Marvin Steinberg laut Karatbars nicht mehr erreichbar war, leitete das Unternehmen rechtliche Schritte gegen diesen ein. „Erst, als der Gerichtstermin zur Herausgabe der Coins feststand, reagierte der ICO-Unternehmer und wollte sich außergerichtlich einigen“.

Laut Karatbars stellte man bei einer ersten Übergabe fest, dass eine Wallet mit über 400.000.000 Coins nicht mit übergeben wurde. Da es allerdings prinzipiell zu einer Übergabe kam, sah sich das Gericht nicht weiter veranlasst, ein Verfahren zu den noch fehlenden Coins zu führen.

Erst die Staatsanwaltschaft Stuttgart nahm das Ermittlungsverfahren gegen Marvin Steinberg wegen Betrugs wieder auf (AZ 104 Js 41359/19).

Auf Netcoo-Nachfrage wollte Karatbars bestätigen, dass aus der fehlenden Wallet 239 Millionen Coins (ca. 12 Millionen US-Dollar) verkauft wurden, was maßgeblich zu einem Kurssturz des KaratGold Coins geführt und somit Anlegern und Unternehmen enormen Schaden zugefügt haben soll.

Nachzulesen auch bei Netcoo:
https://www.netcoo.com/direct-selling/karatbars-beim-ico-betrogen-sammelklage-wird-angestrebt/