Flexstrom, FlexCom und wee – ist Cengiz Ehliz ein Lügner?

München – Cengiz Ehliz, der Chefvisionär einer angeblichen „High-Tech-Schmiede“ aus Starnberg bei München, wurde im vergangenen halben Jahr augenfällig zum Liebling der CSU. Die Regierungspartei in Bayern und in der deutschen Bundesregierung verlieh zum Jahresbeginn dem MLM-Kaufmann einen höchst sonderbaren Titel „Unternehmer des Jahres 2018“. Genau genommen erhielt Cengiz Ehliz diese Auszeichnung mit Geschmäckle für eine „weeBusiness GmbH“, die zuvor mehrfach den Namen und die Geschäftsführung austauschte, für die Cengiz Ehliz selbst erst im Oktober 2018 in die Geschäftsführung berufen wurde und für die es zum Zeitpunkt der Auszeichnung durch die Münchner CSU keine belastbaren Bilanzzahlen für das so gelobte Geschäftsjahr 2018 gab.

Nun wollten wir von der CSU wissen, ob diese überhaupt eine Ahnung habe, mit wem man es sich da bei Cengiz Ehliz, bei wee und dem ganzen Hintergrund um Michael Scheibe, Tilmann Meuser und Robert Mundt einließ. Immerhin trumpft Cengiz Ehliz auch im Zentralorgan der CSU „BAYERNKURIER“ mit ganzen Elogen über ihn und wee auf. Ehliz lässt sich gerne in einem Atemzug mit Amazon erwähnen und liebt die Superlativen. Tatsächlich dürfte der technische Unterschied zwischen den Möglichkeiten von Amazon verglichen zu wee so gross sein, wie zwischen der NASA und dem Raumfahrtprogramm von Bangladesch. Nutzer der wee-App, falls man diese überhaupt als App bezeichnen kann, drücken gerne ihre Unzufriedenheit aus. Ein Karsten Mengel postete am 07.07.2019 „APP stürzt ab“. Ein anderer Kunde der wee erklärte am 23.07.2019 „Diese App und die Karte kann man sich getrost sparen. In den Geschäften funktionieren die Einlesegeräte nicht. (…) Mein bisheriges Guthaben ist somit auch nicht mehr erreichbar.“ Von einem „schlechten Scherz“ ist zur wee-App die Rede. Und noch ein wee-Tester beschreibt die Technik der „High-Tech-Schmiede“ des Cengiz Ehliz so: „Guthaben wurde mehrfach nicht gutgeschrieben. Außerdem kann man online angespartes Guthaben nirgendwo ausgeben. Inzwischen ist mein Guthaben sogar gelöscht worden.“ Tja, da hatten sich wohl die AGB rasch mal geändert. Und verändern tut sich in den Unternehmen des Cengiz Ehliz traditionell viel. Unternehmensnamen und verantwortliche Geschäftsführer wechseln in rascher Folge.
Und nebenbei verschwindet die Aktie der „wee.com“, die inzwischen zur „Swiss Fintec Invest AG“ umgetauft wurde, vom Kurszettel der Börse Euronext. Bei der Euronext in Paris hatte man erhebliche Zweifel über das „Wertpapier“ der wee.com. Und diese Zweifel über den früheren Vermarkter der „FlexStrom“, der „FlexKom“, der „FlexCom“, der „weeConomy“ und jetzt der „wee“ haben viele, die ihr Geld in Pakete und zweifelhafte Lizenzen bei Cengiz Ehliz investiert haben.
Ehliz vermeldet seinen Jüngern auch gerne mal totalen Nonsens über seinen Facebook-Account. So avisiert er im Herbst 2018 eine „deutsche Vollbanklizenz“, von der die deutsche Finanzmarktaufsicht BaFin aber nichts wissen will. Später relativiert Cengiz Ehliz dann diese an Investoren verlautbarten Fakenews.

Ob es sich bei Cengiz Ehliz um einen Dampfplauderer, einen Marktschreier oder einen Lügner handelt, muss subjektiv betrachtet jeder Betroffene für sich selbst einschätzen.